Speicher für Balkonkraftwerk: Welche Größe passt?
Meist reichen 1 bis 2 kWh pro Kilowatt Modulleistung. Mehr Kapazität bringt nur etwas, wenn du den Überschuss auch wirklich hast und abends verbrauchst.
Die Faustregel
Häufig genannt wird eine Obergrenze von etwa 1,5 kWh Speicher pro 1 kWp Modulleistung, die auf die HTW Berlin zurückgeführt wird. Für eine Anlage mit rund 1.000 Wp landet man damit bei etwa 1,5 bis 2 kWh. Viele aktuelle Geräte starten ohnehin bei rund 2 kWh.
Die erste Kilowattstunde bringt am meisten. Wir haben das im Stecker-Solar-Simulator der HTW Berlin nachgestellt: 800 Wp senkrecht nach Süden, 3.000 kWh Verbrauch.
| Speicher | Vermiedener Netzstrom pro Jahr | Nutzungsgrad |
|---|---|---|
| ohne | 384 kWh | 69 % |
| 0,5 kWh | 483 kWh | 87 % |
| 1 kWh | 514 kWh | 93 % |
| 2 kWh | 531 kWh | 96 % |
Von 1 auf 2 kWh kommen hier nur noch 17 kWh pro Jahr dazu. Bei kleinen Anlagen lohnt große Kapazität also kaum. Bei 2.000 Wp sieht das anders aus, weil viel mehr Überschuss anfällt.
Zwei Größen entscheiden: wie viel Strom mittags übrig bleibt und wie viel du abends und nachts brauchst. Ein Speicher, der im Sommer jeden Tag voll wird und nachts leer läuft, arbeitet gut. Ein großer Speicher, der nur halb voll wird, kostet nur Geld.
AC oder DC?
- DC-gekoppelt: Die Module gehen direkt in den Speicher. Das spart Umwandlungsschritte und ist bei Neukauf der übliche Weg.
- AC-gekoppelt: Der Speicher hängt hinter dem Wechselrichter am Hausnetz. Das passt zu fast jeder bestehenden Anlage, kostet aber etwas mehr Verlust.
Hast du schon ein Balkonkraftwerk, lies unseren Ratgeber zum Nachrüsten.
Darauf solltest du achten
- Preis pro kWh: In unserer Liste reicht er aktuell von 235 bis 409 €.
- Erweiterbarkeit: Klein starten und später Akkus ergänzen ist oft besser als sofort groß kaufen.
- Standby-Verbrauch: Er frisst besonders im Winter einen Teil des Nutzens. Hersteller nennen ihn nicht immer klar.
- Funkstörungen: Stiftung Warentest wertete laut Berichten mehrere Geräte wegen Störstrahlung ab, siehe Testübersicht.